Nüsse, Samen & Kerne für Hunde

Die meisten Hunde lieben sie und man findet sie in fast jedem Haushalt - Nüsse, Samen und Kerne (im Folgenden zusammenfassend Nüsse genannt) können problemlos an den Hund verfüttert werden und bringen somit ein wenig Abwechslung in den Hundenapf. Auch in selbstgemachtem Hundeeis oder selbstgebackenen Hundekeksen sind sie eine willkommene Zutat und machen das Ganze noch ein wenig schmackhafter.

 

Ein paar Dinge gibt es bei der Fütterung von Nüssen allerdings zu beachten. Daher habe ich hier eine kleine Übersicht der wichtigsten Infos zu diesem Thema zusammengefasst.

 

  • Nüsse sind reich an ungesättigten Fettsäuren, Mineralstoffen wie Eisen, Magnesium, Kupfer & Zink und Vitaminen. Bei den Vitaminen sind vor allem die B-Vitamine hervorzuheben. Aber auch Vitamin A, C, D und viel Vitamin E kommen in Nüssen vor. 

  • Durch den hohen Fettgehalt sind Nüsse wahre Fettbomben und somit gute Energielieferanten. Sie bieten dem Hund hochwertige Fette, hier muss man allerdings bei übergewichtigen Hunden besonders vorsichtig sein und nur in sehr geringen Mengen füttern.
  • Wenn dem Hund ganze Nüsse verfüttert werden, wird man bemerken, dass diese hinten meist genauso rauskommen wie sie vorne rein gefüttert wurden und der Hund leider nicht viel davon aufnehmen konnte. Daher ist es wichtig, dass die Nüsse vor dem Füttern stark zerkleinert werden, denn nur so können Sie vom Hund verwertet werden. Am besten hackt man die Nüsse oder, wer ein geeignetes Küchengerät daheim hat, vermahlt sie. Selbstverständlich können auch gleich gemahlene Nüsse gekauft werden.
  • Es können auch mehrere verschiedene Nüsse gemeinsam vermahlen und als Nussmischung verfüttert werden. Hier sollte man aber im Kopf haben, dass zerkleinerte Nüsse schneller ranzig werden und recht schnell aufgebraucht werden sollten. Wenn man allerdings gleich größere Mengen Nussmix vorbereitet, kann man den Mix auch portionieren und einfrieren, so hat man nur einmal die Arbeit und regelmäßig eine frische Nussmischung bei der Hand.

  • Dass man beim Kauf von Nüssen auf gute Qualität achten soll, ist wohl selbstverständlich. Nüsse können nämlich durchaus, aufgrund von falscher Lagerung, Mykotoxine enthalten. Das sind Schimmelpilzgifte, die bereits in geringen Mengen gesundheitsschädlich sind. Außerdem ist darauf zu achten, dass die Nüsse nicht gesalzen sind.
    Wenn man gleich einen Nussmix kaufen möchte und dabei zu Studentenfutter greift, bitte unbedingt darauf achten, dass keine Rosinen enthalten sind, diese sind absolut giftig für Hunde.

  • Leidet der Hund an Herzproblemen oder an einer Nierenerkrankung, sollte darauf geachtet werden, dass nur Nusssorten mit geringem Phosphorgehalt verfüttert werden.

  • Bei der Fütterung ist natürlich zu beachten, dass Nüsse nicht als Hauptnahrungsmittel dienen. Aber es spricht nichts dagegen dem Hund 2 – 3 mal wöchentlich gemahlene Nüsse übers Futter zu streuen. Kleine Hunde erhalten ca. 1 TL, mittlere Hunde 1 EL und große Hunde bis zu 3 EL.
Walnüsse
Walnüsse

Für den Hund geeignete Nüsse sind:

Paranüsse: es gibt kein anderes pflanzliches Lebensmittel mit einem so hohen Anteil an dem Spurenelement Selen (Stimmungsaufheller und sehr wichtig für die Funktion der Schilddrüse) somit ist diese Nuss besonders wertvoll für den Hund. Allerdings ist sie auch eine kleine Kalorienbombe, da der Fettanteil relativ hoch ist. Daher bitte Vorsicht bei Hunden, die zu Fettleibigkeit neigen.

Kokosnüsse: sie ist im botanischen Sinn keine Nuss, sondern zählt zum Steinobst. Die Kokosnuss eignet sich nicht nur in Form von Kokosöl für die Hundeernährung, auch die fein gemahlenen Kokosraspel können dem Hundefutter beigefügt werden. Sie liefern ebenfalls große Mengen an Selen, zudem wirkt die Kokosnuss auch wurmwidrig und dient bei Wurmbefall oder als Wurmprophylaxe.

Kürbiskerne: die Wirkstoffe in den Kürbiskernen wirken entzündungshemmend, harntreibend und entwässernd und können deshalb bei Harnträufeln und Blasenbeschwerden Linderung schaffen. Auch bei Prostatabeschwerden beim Rüden können die wertvollen Kerne eingesetzt werden. Kürbiskerne weisen ebenfalls wurmwidrige Eigenschaften auf und können als natürliches Entwurmungsmittel eingesetzt werden.

Kürbiskerne
Kürbiskerne

Erdnüsse: verfügen über einen hohen Eiweißgehalt, sowie über einen hohen Gehalt an Linolsäure. Sie können hin und wieder verfüttert werden, allerdings können Erdnüsse auch beim Hund Allergien auslösen. Daher sollte mit kleinen Mengen getestet werden, ob der Hund diese Nüsse auch verträgt.

Mandeln: gehören eigentlich nicht zu den Nüssen, sondern zu den Steinfrüchten. Sie sind ebenfalls sehr gute Vitamin-E-Lieferanten und können problemlos an den Hund verfüttert werden. Hier ist zu beachten, dass für die Hundefütterung ausschließlich die süßen Mandeln verwendet werden dürfen, denn bittere und nicht bittere (süße) Mandeln ähneln sich. Beide haben braune Haut und cremefarbene Innenseiten. Bittermandeln sind in der Regel aber kleiner und spitzer als süße Mandeln. Das Problem mit den Bittermandeln ist das enthaltene Amygdalin, das sich bei der Verdauung in Blausäure abspaltet und sie somit giftig macht.

Sesam: auch er gehört zu den selenreichsten Lebensmitteln, außerdem enthält er viel Kalzium und kann in der Hundefütterung ausgezeichnet eingesetzt werden.

Sesam
Sesam

Cashewkerne: sind reich an Omega-3-Fettsäuren und Ballaststoffen. Cashwes enthalten von allen Nüssen am wenigsten Fett und sind daher auch für die Fütterung fettleibiger Hunde geeignet. Allerdings kann es auch hier zu Allergien kommen, wenn auch nicht so oft wie bei Erdnüssen. Am besten auch Cashews anfangs in kleinen Mengen auf Verträglichkeit testen.

Haselnüsse: sind sehr gute Vitamin-E-Lieferanten, sind sehr kalorienreich, enthalten viel Fett und verfügen über einen hohen Kalziumgehalt.

Maroni: sind fettarm, glutenfrei und enthalten viele B-Vitamine, der Hund kann gerne geschälte und gekochte Maroni bekommen. Sie sind auch sehr gut für Hunde mit Diabetes geeignet. Außerdem sind Maroni Leber-, Herz- und Nierenstärkend und werden bei Magen-Darm-Beschwerden angewendet. Gerade bei übersäuertem Magen und Sodbrennen werden sie oft kurweise unters Futter gemischt.

Sonnenblumenkerne: und das darin enthaltene Öl sind reich an ungesättigten Fettsäuren und sekundären Pflanzenstoffen. Auch sie können bedenkenlos an den Hund verfüttert werden, sollen allerdings auch stark zerkleinert werden.

Leimsamen: enthalten Schleimstoffe und wirken regulierend auf die Verdauung des Hundes. Wichtig ist, dass Leinsamen immer aufgequollen verfüttert werden muss. Die Leinsamen sollten vor der Einnahme in reichlich Wasser eingeweicht werden, am besten über Nacht. Es ist auch möglich, den Leinsamen in Wasser aufzukochen und so eine Art Leinsamenschleim herzustellen.

Leimsamen
Leimsamen

Walnüsse: sind wohltuend für das Herz und enthalten große Mengen an wertvollen Fetten. Sie zählen zu den fettreichsten Nüssen überhaupt, daher auch hier nur sparsam an Hunde verfüttern, die zu Fettleibigkeit neigen. Besonders vorsichtig müssen Sie als Hundebesitzer bei unreifen, ungeschälten Nüssen sein. Diese Walnüsse können von einem Pilz befallen sein, der beim Hund zum Tod führen kann. Es kommt zu epilepsieähnlichen Anfällen, Krämpfen, Zittern und Erbrechen. Frisst der Hund die grünen Schalen von Walnüssen, können die darin enthaltenen Gerbstoffe zu schweren Verdauungsproblemen führen.

Pekannüsse: sind mit den Walnüssen verwandt und für den Hund genießbar.

Pistazien: frische Pistazien sind unbedenklich für den Hund. Werden sie aber nicht kühl und trocken gelagert, können sie an der Oberfläche von einem Schimmelpilz befallen werden, der gesundheitliche Probleme auslösen kann.

Pistazien
Pistazien

Für den Hund NICHT geeignete Nüsse:

Bittermandeln: sind giftig (Blausäure) für den Hund und dürfen niemals verfüttert werden.

Macadamia: die aus Australien stammende Macadamia-Nuss ist für Hunde pures Gift, bereits 4 Stück sind ausreichend um bei einem großen Hund eine schwere Vergiftung mit Erbrechen, Fieber, Muskelzuckungen und Lähmungen auslösen.

Muskatnuss: ist bereits in geringen Mengen giftig.

Fazit:

Nüsse unterstützen vor allem das Nervensystem, die Muskeln und das Herz. Aber sie tragen auch zur Erhaltung einer gesunden Haut bei, helfen bei der Wundheilung und beim Zellaufbau, sie sorgen für normales Wachstum und noch vieles mehr. Wenn man ein paar Dinge beachtet, können sie gut in die Hundefütterung integriert werden und bieten eine willkommene Abwechslung.


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